| _die Arbeitsbereiche des MimeCentrum Berlin
Das unmittelbare Arbeitszentrum des MCB liegt in zwei
Theateretagen. Im Probenstudio entwickeln Gruppen und Solisten ihr BEWEGUNGSTRAINING
und ihre INSZENIERUNGSARBEIT, es ist der Ort der Workshops und
Demonstrationen. In der anderen Etage wagen wir ein Experiment, die
Idee eines kleinen Theaterlaboratoriums, The *Lab*. Hier sind
Theaterakteure eingeladen, neue Arbeitsformen und Projekte zu entwickeln
und die Resultate in den verschiedenen Arbeitsstadien öffentlich
vorzustellen. Die Dokumentationsbasis des MCB besteht aus einem Videoarchiv
und einer Bibliothek. Die DOKUMENTATIONEN zu Künstlern,
Gruppen, Festivals, zu europäischen Theaterschulen und Ausbildungszentren
bilden einen Fundus an INFORMATIONEN und Kontakten. Darüber
hinaus spielen VIDEOPRODUKTIONEN als Referenz- und Analysemedium
für Bewegungstheater eine wichtige Rolle. Das Videostudio realisiert
die Aufzeichnung von ausgewählten Aufführungen, erstellt Schnittfassungen
und Dokumentationen. Das MCB veranstaltet WORKSHOPS mit in- und ausländischen
Dozenten. In ein- bis mehrwöchiger Arbeit werden Grundlagen des
Körper- und Bewegungstheaters vermittelt; Mimen, Schauspieler,
Regisseure und Choreographen geben Projektseminare zu Mime corporel,
Biomechanik, Objekttheater ... In öffentlichen ARBEITSDEMONSTRATIONEN,
Video-lectures und Diskussionen werden theaterpädagogische und
theaterästhetische Konzepte verdeutlicht. Zu den Dozenten der letzten
Jahre zählten u.a. Yoshi Oida, Yves Marc (F), Susanne Linke, Michael
Diekamp, Benito Gutmacher (D), Jennifer Tipton, Dana Reitz (USA), Ide
van Heiningen (NL), Gennadi Bogdanow (RU). Zu speziellen Themen des Verhältnisses von Theater
und Bewegung entstehen am MCB THEATERRESEARCH - Projekte in
der Synthese von theaterpraktischer Arbeit und Reflexion. Über
längere
Zeiträume werden Trainings-, Arbeits- und Inszenierungsmethoden
praktisch erprobt sowie unter theaterhistorischen, dramaturgischen
und
ästhetischen Aspekten analysiert. Die Ergebnisse sind in Demonstrationen,
Aufführungen, Publikationen und Videodokumentationen öffentlich
zugänglich. Ein Schwerpunkt der letzten Jahre war die Biomechanik
Meyerholds, zu der beim Alexander-Verlag Berlin ein Buch und ein
Video
erschienen. Über die Recherche hinaus münden Projekte in
Kooperationen mit nationalen und internationalen Partnern: Internationales
Biomechanik-Seminar
1993 / GITIS Moskau; Rekonstruktion. Innovation - Decroux. Meyerhold.
Schlemmer 1993 / European Mime Federation (EMF) / Akademie
der Künste, Berlin; Moving Academy for Performing Arts (MAPA)
1994/95 / Nederlands Theater Instituut / Hebbel-Theater
Berlin / Tanzwerkstatt
Berlin; a/skin Tanzfestival 1997 / Tanzlabor Berlin;
Hanging Man 1997 / Alfred ve dvore Theater,
Prag und Dock11, Berlin.
Das MIME CENTRUM BERLIN arbeitet in offenen und wechselnden Kooperationen
mit staatlichen und privaten Theaterschulen, Stadttheatern, Freien
Gruppen, Akademien, Instituten, Festivals und Theaternetzwerken. Das MIME CENTRUM BERLIN wurde bisher u.a. gefördert
von: Nederlands Mime Centrum, Amsterdam; Auswärtiges Ministerium
der Niederlande, Den Haag; Bundesministerium des Innern, Berlin; Senatsverwaltung
für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Berlin; Hauptstadtkulturfonds,
Berlin; Stiftung Kulturfonds, Berlin; Deutsch-Tschechischer
Zukunftsfonds, Prag und Förderband
e.V. Berlin. MIME
CENTRUM BERLIN |
Das
MIME CENTRUM BERLIN ist ein offener Ort der Produktion, Weiterbildung,
der Kooperation und des internationalen Austausches. Es versteht sich
als eine moderne Serviceinstitution für Theaterakteure sowie für
die Vermittlung von Kunstprozeß und Öffentlichkeit. Das MCB
konzentriert sich darauf, nach Grundlagen von Bewegung im Theater überhaupt
zu fragen. Dahinter steht das Phänomen, daß wir es in Deutschland
immer noch mit einer Entgegensetzung zu tun haben: Theater ist Text,
Tanz ist Bewegung. Daraus resultiert ein Arbeitsfeld, das einen größeren
Bogen schlägt: von der Frage nach den Grundlagen von Bewegung im
Text-Theater bis zur Frage nach der Theatralität des
Tanzes. Es geht also um die Frage der körperlichen, ganzheitlichen
Präsenz des Darstellers überhaupt, um Bewegung als Grundlage
und Zusammenhang der verschiedenen Theaterformen. Genau hier wird der
Begriff der Mime produktiv und in gewisser Hinsicht zentral,
wenn man bedenkt, daß die moderne Mime, wie sie von Decroux kommt,
genau das thematisiert und untersucht: Nur wenn der Schauspieler
darauf verzichtet, in Begleitung seines Körpers auf die Bühne
zu kommen, wird er darauf verzichten können, die Kunst des Körpers
zu studieren. Meyerhold war der gleichen Fragestellung auf der
Spur; er nannte es Biomechanik und sah darin den Ausgangspunkt für
ein neues Theater und für einen neuen Typ des Schauspielers...