_die Arbeitsbereiche des MimeCentrum Berlin


Das Zentrum
unserer Arbeit heißt: Theater in Bewegung.

Das MIME CENTRUM BERLIN ist ein offener Ort der Produktion, Weiterbildung, der Kooperation und des internationalen Austausches. Es versteht sich als eine moderne Serviceinstitution für Theaterakteure sowie für die Vermittlung von Kunstprozeß und Öffentlichkeit. Das MCB konzentriert sich darauf, nach Grundlagen von Bewegung im Theater überhaupt zu fragen. Dahinter steht das Phänomen, daß wir es in Deutschland immer noch mit einer Entgegensetzung zu tun haben: Theater ist Text, Tanz ist Bewegung. Daraus resultiert ein Arbeitsfeld, das einen größeren Bogen schlägt: von der Frage nach den Grundlagen von Bewegung im ‘Text’-Theater bis zur Frage nach der Theatralität des Tanzes. Es geht also um die Frage der körperlichen, ganzheitlichen Präsenz des Darstellers überhaupt, um Bewegung als Grundlage und Zusammenhang der verschiedenen Theaterformen. Genau hier wird der Begriff der ‘Mime’ produktiv und in gewisser Hinsicht zentral, wenn man bedenkt, daß die moderne Mime, wie sie von Decroux kommt, genau das thematisiert und untersucht: “Nur wenn der Schauspieler darauf verzichtet, in Begleitung seines Körpers auf die Bühne zu kommen, wird er darauf verzichten können, die Kunst des Körpers zu studieren”. Meyerhold war der gleichen Fragestellung auf der Spur; er nannte es Biomechanik und sah darin den Ausgangspunkt für ein neues Theater und für einen neuen Typ des Schauspielers...

Das unmittelbare Arbeitszentrum des MCB liegt in zwei Theateretagen. Im Probenstudio entwickeln Gruppen und Solisten ihr BEWEGUNGSTRAINING und ihre INSZENIERUNGSARBEIT, es ist der Ort der Workshops und Demonstrationen. In der anderen Etage wagen wir ein Experiment, die Idee eines kleinen Theaterlaboratoriums, The *Lab*. Hier sind Theaterakteure eingeladen, neue Arbeitsformen und Projekte zu entwickeln und die Resultate in den verschiedenen Arbeitsstadien öffentlich vorzustellen.

Die Dokumentationsbasis des MCB besteht aus einem Videoarchiv und einer Bibliothek. Die DOKUMENTATIONEN zu Künstlern, Gruppen, Festivals, zu europäischen Theaterschulen und Ausbildungszentren bilden einen Fundus an INFORMATIONEN und Kontakten. Darüber hinaus spielen VIDEOPRODUKTIONEN als Referenz- und Analysemedium für Bewegungstheater eine wichtige Rolle. Das Videostudio realisiert die Aufzeichnung von ausgewählten Aufführungen, erstellt Schnittfassungen und Dokumentationen.

Das MCB veranstaltet WORKSHOPS mit in- und ausländischen Dozenten. In ein- bis mehrwöchiger Arbeit werden Grundlagen des Körper- und Bewegungstheaters vermittelt; Mimen, Schauspieler, Regisseure und Choreographen geben Projektseminare zu Mime corporel, Biomechanik, Objekttheater ... In öffentlichen ARBEITSDEMONSTRATIONEN, Video-lectures und Diskussionen werden theaterpädagogische und theaterästhetische Konzepte verdeutlicht. Zu den Dozenten der letzten Jahre zählten u.a. Yoshi Oida, Yves Marc (F), Susanne Linke, Michael Diekamp, Benito Gutmacher (D), Jennifer Tipton, Dana Reitz (USA), Ide van Heiningen (NL), Gennadi Bogdanow (RU).

Zu speziellen Themen des Verhältnisses von Theater und Bewegung entstehen am MCB THEATERRESEARCH - Projekte in der Synthese von theaterpraktischer Arbeit und Reflexion. Über längere Zeiträume werden Trainings-, Arbeits- und Inszenierungsmethoden praktisch erprobt sowie unter theaterhistorischen, dramaturgischen und ästhetischen Aspekten analysiert. Die Ergebnisse sind in Demonstrationen, Aufführungen, Publikationen und Videodokumentationen öffentlich zugänglich. Ein Schwerpunkt der letzten Jahre war die Biomechanik Meyerholds, zu der beim Alexander-Verlag Berlin ein Buch und ein Video erschienen. Über die Recherche hinaus münden Projekte in Kooperationen mit nationalen und internationalen Partnern: Internationales Biomechanik-Seminar 1993 / GITIS Moskau; ‘Rekonstruktion. Innovation - Decroux. Meyerhold. Schlemmer’ 1993 / European Mime Federation (EMF) / Akademie der Künste, Berlin; Moving Academy for Performing Arts (MAPA) 1994/95 / Nederlands Theater Instituut / Hebbel-Theater Berlin / Tanzwerkstatt Berlin; ‘a/skin’ Tanzfestival 1997 / Tanzlabor Berlin; ‘Hanging Man’ 1997 / ’Alfred ve dvore’ Theater, Prag und Dock11, Berlin. Das MIME CENTRUM BERLIN arbeitet in offenen und wechselnden Kooperationen mit staatlichen und privaten Theaterschulen, Stadttheatern, Freien Gruppen, Akademien, Instituten, Festivals und Theaternetzwerken.

Das MIME CENTRUM BERLIN wurde bisher u.a. gefördert von: Nederlands Mime Centrum, Amsterdam; Auswärtiges Ministerium der Niederlande, Den Haag; Bundesministerium des Innern, Berlin; Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Berlin; Hauptstadtkulturfonds, Berlin; Stiftung Kulturfonds, Berlin; Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds, Prag und Förderband e.V. Berlin.

Derzeit befindet sich das MCB im Übergang zu einer Trägerschaft durch das Hochschulübergreifende Zentrum Tanz - Pilotprojekt Berlin.


MIME CENTRUM BERLIN
Schönhauser Allee 73 D - 10437 Berlin
T. +49 - 30 - 44 65 18 60/61 | F. +49 - 30 - 44 65 18 62