| Seit seiner Gründung im Jahr 1990
ist die Entwicklung und Realisierung von Research- und Laborprojekten
für Schauspieler und Bewegungstheaterakteure eines der wichtigen
Aufgabenfelder des MIme Centrum Berlin (MCB). Das Ziel dieser
Arbeit besteht in der Konzipierung und Organisation von Workshops
und experimentellen Arbeitsprojekten, mit denen ein hohes Maß
an Anregungen, innovativen Ideen und neuen Formen der Zusammenarbeit
zwischen Theaterakteuren provoziert werden kann, somit Weiterbildung
als unmittelbar kunstproduzierender Prozeß stattfindet.
Nachdem das MCB in den Workshops des früheren Festivals der ‚Internationalen
Woche des gestischen Theaters‘ viele international erfahrene Dozenten
und Künstler aus Ost- und Westeuropa kennengelernt hatte, begann
im Jahr 1992 der Versuch, unabhängig vom Festival und über längere
Zeiträume laufende neue, innovative Formen der Weiterbildung und
des künstlerischen Austausches zu entwickeln. Mit dem mehrwöchigen
Projekt ‚Va Banque‘ (1992 und 1993) gelang es, ganz verschiedene
Theater- und Tanzkonzepte in die praktische Erfahrung der Teilnehmer
sowie in einen Kontakt untereinander zu bringen. Mit Yoshi Oida,
Yves Marc, und Benito Gutmacher, mit Susanne Linke, Michael Diekamp
und Mitsuru Sasaki sowie erstmals auch mit dem bis dahin international
noch gänzlich unbekannten Gennadi Bogdanow wurden für diese Arbeit
Partner gewonnen, die in ihren eigenen künstlerischen Konzepten
quasi exemplarisch und seit Jahren erfolgreich den Zusammenhang
von Theatralität und Bewegung erkundeten.
Aus dem früheren Festival heraus war ein besonders intensiver
Arbeitskontakt auch mit dem damaligen ‚Nederland Mime Centrum‘
entstanden. Neben der unermüdlichen intellektuellen, praktischen
und selbst materiellen Unterstützung, welche das MCB aus Amsterdam
erfuhr, entstand 1994/95 in Berlin ein gemeinsames, neuartiges
Projekt. Über Zeiträume von 2 bis 3 Monaten, jeweils im Sommer,
versammelten Ide van Heiningen mit seiner gerade gegründeten Initiative
der ‚Moving Academy for Performing Arts‘ und das MCB mit seiner
Idee des Theaterlabors junge Theaterakteure und erfahrene Dozenten
aus Ost- und Westeuropa und gaben damit den Auftakt für eine neue,
Jahre andauernde Entwicklung.
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