| Leitung: Yves Marc, Paris
15. bis 24. August 1994
Um die Entdeckung der unterschiedlichen Zustände des Körpers
- „états du corps“ - und um das Bekanntmachen mit der von Etienne
Decroux entwickelten Bewegungstechnik - der Mime Corporel - ging
es in dem Workshop von Yves Marc. Der Workshopteilnehmer sollte
ein Bewegungsvokabular erlernen, mit dessen Kenntnis er die Möglichkeiten
seines szenisches Spiels erweitern kann.
Bekanntlich folgt das motorische Verhalten von Tänzern und Schauspielern
bestimmten körperlichen, geistigen, sozialen und imaginären Parametern.
Diese Parameter bestimmen und beschränken gleichzeitig das Bewegungsspektrum
eines Darstellers, indem sie ihn immer wieder auf die mehr oder
weniger gleichen 'chemins corporels', die Körperpfade führen.
Diese Körperpfade aufzuspüren galt es bei diesem Workshop. So
brachte der Dozent den WorkshopteilnehmerInnen die Bewegung in
Relation zum Körper, Raum, Zeit und ihrer Dynamik (die Musikalität
der Bewegung) nahe. Sie erlernten Bewegungsgrundkenntnisse wie
die Wechselwirkungen von Fixpunkten und beweglichen Punkten, von
Globalität und Lokalität, von Energielinien sowie die Hierachie
von motorischen Punkten, die Chronologie und Bewegungsartikulation
verschiedener Körperpartien (Reihenfolge, Simultanität, Kausalität).
Als ausgebildeter Sportlehrer studierte Yves Marc von 1972-76
die dramatisch-musikalischen Bewegungsformen von Etienne Decroux.
Seit 1975 entwickelt er mit Claire Heggen eine eigenständige
Theatersprache, die Bewegung, Geste und dramatisches Spiel miteinander
verknüpft. Yves Marcs Arbeit ist sowohl durch die Feldenkrais-Methode,
Kinesiologie, die Arbeit mit Stimme und Musik, als auch von modernen
Tanzformen geprägt.
Zusammen mit Claire Heggen gründete Yves Marc 1975
das `Theatre du Mouvement'. Es zählt zu den innovativen
Gruppen des zeitgenössischen Gestischen Theaters in Frankreich
und wurde mit internationalen Preisen ausgezeichnet. Ausgehend
von Etienne Decroux' Ansatz:"...der springende Punkt ist, daß
sich nicht die Bewegung auf die Poesie bezieht, sondern sie selbst
ist poetisch..", integrierte und verarbeitete die Compagnie die
Mime-Corporel-Technik, Tierbewegungsstudien, Maskenspiel sowie
die architektonischen und 'musikalischen' Aspekte der Bewegung.
Das Mime Centrum Berlin präsentierte ihre Produktion 'Encore une
heure Si Courte' am 27./28. August 1994 im Hebbel-Theater Berlin.
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