_theaterlabor I | 14. Juli - 1. Oktober 1994


workshopChemins Corporels
de l' Acteur Mouvement

Leitung: Yves Marc, Paris
15. bis 24. August 1994

Um die Entdeckung der unterschiedlichen Zustände des Körpers - „états du corps“ - und um das Bekanntmachen mit der von Etienne Decroux entwickelten Bewegungstechnik - der Mime Corporel - ging es in dem Workshop von Yves Marc. Der Workshopteilnehmer sollte ein Bewegungsvokabular erlernen, mit dessen Kenntnis er die Möglichkeiten seines szenisches Spiels erweitern kann.

Bekanntlich folgt das motorische Verhalten von Tänzern und Schauspielern bestimmten körperlichen, geistigen, sozialen und imaginären Parametern. Diese Parameter bestimmen und beschränken gleichzeitig das Bewegungsspektrum eines Darstellers, indem sie ihn immer wieder auf die mehr oder weniger gleichen 'chemins corporels', die Körperpfade führen. Diese Körperpfade aufzuspüren galt es bei diesem Workshop. So brachte der Dozent den WorkshopteilnehmerInnen die Bewegung in Relation zum Körper, Raum, Zeit und ihrer Dynamik (die Musikalität der Bewegung) nahe. Sie erlernten Bewegungsgrundkenntnisse wie die Wechselwirkungen von Fixpunkten und beweglichen Punkten, von Globalität und Lokalität, von Energielinien sowie die Hierachie von motorischen Punkten, die Chronologie und Bewegungsartikulation verschiedener Körperpartien (Reihenfolge, Simultanität, Kausalität).

Als ausgebildeter Sportlehrer studierte Yves Marc von 1972-76 die dramatisch-musikalischen Bewegungsformen von Etienne Decroux. Seit 1975 entwickelt er mit Claire Heggen eine eigenständige Theatersprache, die Bewegung, Geste und dramatisches Spiel miteinander verknüpft. Yves Marcs Arbeit ist sowohl durch die Feldenkrais-Methode, Kinesiologie, die Arbeit mit Stimme und Musik, als auch von modernen Tanzformen geprägt.
Zusammen mit Claire Heggen gründete Yves Marc 1975 das `Theatre du Mouvement'. Es zählt zu den innovativen Gruppen des zeitgenössischen Gestischen Theaters in Frankreich und wurde mit internationalen Preisen ausgezeichnet. Ausgehend von Etienne Decroux' Ansatz:"...der springende Punkt ist, daß sich nicht die Bewegung auf die Poesie bezieht, sondern sie selbst ist poetisch..", integrierte und verarbeitete die Compagnie die Mime-Corporel-Technik, Tierbewegungsstudien, Maskenspiel sowie die architektonischen und 'musikalischen' Aspekte der Bewegung. Das Mime Centrum Berlin präsentierte ihre Produktion 'Encore une heure Si Courte' am 27./28. August 1994 im Hebbel-Theater Berlin.

home theaterlabor I+II

 

MIME CENTRUM BERLIN
Schönhauser Allee 73 D - 10437 Berlin
T. +49 - 30 - 44 65 18 60/61 | F. +49 - 30 - 44 65 18 62