| Leitung: François Raffinot , Le
Havre
8. bis 16. August 1994
Die Absicht des Kurses war es, einen Dialog zwischen Choreographie
und Architektur im Stadtraum von Berlin zu entwickeln. Es kam
darauf an, das im Probenraum erarbeitete Bewegungsmaterial mit
architektonisch markanten Gebäuden bzw. Plätzen innerhalb Berlins
zu konfrontieren, um wiederum, das, aus der Improvisation an diesen
`Locations' gewonnene choreografische Material für die Bühnenfassung
zu nutzen.
So studierten zuerst der Choreograph und sein Assistent mit den
TänzerInnen das choreografische Ausgangsmaterial in der Turnhalle
am Senefelder Platz ein. Die nach der Musik `Fearful Symmetry'
von John Adams gewonnene Grundform wurde dann mit verschiedenen
Beispielen symmetrisch gegliederter Architektur in Beziehung gesetzt.
Die ausgewählten Straßen und Plätze, Parkanlagen etc. beinflußten
die Bewegungsabläufe der Workshopteilnehmer auf unterschiedliche
Art und Weise. Die in den Dialogen zwischen Choreographie und
Architektur gesammelten Erfahrungen wurden im Probenraum zusammengetragen
und zu einer Choreographie verarbeitet.
Die Ergebnisse an den Außenorten wurden auf Video festgehalten
und später in die Bühnenfassung mittels Projektion integriert.
Ein Architekt und ein Stadtplaner begleiteten das Experiment.
François Raffinot, Mitbegründer und von 1984-89 Mitglied
der 'Compagnie Ris et Danceries', schuf 1985 mit Dominique Bagouet,
Andy Degroat und Robert Kovich das Stück 'Suite d'un gout etranger',
das einen entschieden zeitgenössischen Stil mit moderner Barock-Ästhetik
verband. 1990 gründete er mit Guiléne Lloret die 'Compagnie Barocco',
heute 'Compagnie François Raffinot' und übernahm 1993 das 'Center
Choréographique' in Le Havre, seit 1999 ist er der Leiter des
Ircam/Département Chorégraphique in Paris.
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