_theaterlabor II | 10. Juli - 21. August 1995


workshopSecrets & Silence

Workshop Bewegung - Mimographie
10. - 24. Juli 1995
Leitung: Yurgen Schoora (Belgien)

Yurgen Schoora, belgischer Mime und Dozent, lebt und arbeitet in Berlin. Mit seinen körperlichen als auch theatralen Interpretationen hat er eine persönliche Ausdrucksform entwickelt, in der die Eigenheiten der Mime als Basis-Kunst verdeutlicht werden und diese Gattung einen berechtigten Platz neben den anderen Künsten einnimmt. In diesem Workshop lag der Körper mit seinem `verborgenen Inhalt' im Interesse unserer Betrachtung. Zu Beginn erlernten die Teilnehmer 35 Grundbewegungen, die später miteinander verbunden wurden. Besondere Aufmerksamkeit galt der Schaffung einer Balance zwischen der ,Stille' bzw. dem Zustand vor dem Beginn einer Bewegung - und dem ,Geheimnisvollen' oder der Überraschung in einer Bewegung. Als ob eine Bewegung die letzte Bewegung wäre - so kann sie unter dem ,Zwang' eines Gefühls oder einer Idee ausgeführt werden, lässt aber auch die Entdeckung zu, dass die Bewegung das Gefühl sein kann, ohne die Exaktheit der Bewegung außer acht zu lassen. Durch die ,Stille' erfährt man eine Art Genuss, worin eine komplexe Gefühlswelt verborgen liegt und eine große Konzentration zwischen dem Mentalen, dem Körperlichen und dem Mitspieler gefragt ist. Neben der praktischen und methodischen Arbeit wurden aber auch die speziellen und gemeinsamen Kriterien von Mime und Tanz zur Diskussion gestellt.

Weitere Workshopbestandteile waren: warming up, energetische und entspannende Übungen, Bewegungstechniken aus der Mime Corporel, Mime als stilistisches und kommunikatives Mittel, Schauspieltechniken, die Einfluss haben auf die körperliche Präsenz des Darstellers, Strukturierung und theatrale Umsetzung des gefundenen Materials.

Yurgen Schoora Mime / Mimograph und freischaffender Dozent, lebt derzeitig in Berlin und ist Mitbegründer und Leiter der in Berlin ansässigen Ausbildungseinrichtung Planipedes / Vacuum Eyes ; er war Mitglied der belgischen Theatergruppen ‘Pyramid on the Point’ und ‘Atz-Theater’, Engagements bei ‘Shusako & Dormu Dance Theatre’ Amsterdam und ‘Urban Sax’ Paris, es folgten eigene Produktionen; Vorlesungen über Mime-Kunst und deren Verbindung zu anderen Kunstrichtungen, für seine theoretische Arbeit erhielt Yurgen Schoora einen Anerkennungspreis der Universität von Gent; work in progress mit dem Choreographen Cesc Gelabert ‘Translation’, welches 1996 vom Mime Centrum Berlin und Hebbel-Theater in seiner 3. Entwicklungsphase gefördert und begleitet wurde.

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