| Workshop Bewegung
- Mimographie
10. - 24. Juli 1995
Leitung: Yurgen Schoora (Belgien)
Yurgen Schoora, belgischer Mime und Dozent, lebt und arbeitet
in Berlin. Mit seinen körperlichen als auch theatralen Interpretationen
hat er eine persönliche Ausdrucksform entwickelt, in der die Eigenheiten
der Mime als Basis-Kunst verdeutlicht werden und diese Gattung
einen berechtigten Platz neben den anderen Künsten einnimmt. In
diesem Workshop lag der Körper mit seinem `verborgenen Inhalt'
im Interesse unserer Betrachtung. Zu Beginn erlernten die Teilnehmer
35 Grundbewegungen, die später miteinander verbunden wurden. Besondere
Aufmerksamkeit galt der Schaffung einer Balance zwischen der ,Stille'
bzw. dem Zustand vor dem Beginn einer Bewegung - und dem ,Geheimnisvollen'
oder der Überraschung in einer Bewegung. Als ob eine Bewegung
die letzte Bewegung wäre - so kann sie unter dem ,Zwang' eines
Gefühls oder einer Idee ausgeführt werden, lässt aber auch die
Entdeckung zu, dass die Bewegung das Gefühl sein kann, ohne die
Exaktheit der Bewegung außer acht zu lassen. Durch die ,Stille'
erfährt man eine Art Genuss, worin eine komplexe Gefühlswelt verborgen
liegt und eine große Konzentration zwischen dem Mentalen, dem
Körperlichen und dem Mitspieler gefragt ist. Neben der praktischen
und methodischen Arbeit wurden aber auch die speziellen und gemeinsamen
Kriterien von Mime und Tanz zur Diskussion gestellt.
Weitere Workshopbestandteile waren: warming up, energetische
und entspannende Übungen, Bewegungstechniken aus der Mime Corporel,
Mime als stilistisches und kommunikatives Mittel, Schauspieltechniken,
die Einfluss haben auf die körperliche Präsenz des Darstellers,
Strukturierung und theatrale Umsetzung des gefundenen Materials.
Yurgen Schoora Mime / Mimograph und freischaffender Dozent,
lebt derzeitig in Berlin und ist Mitbegründer und Leiter der in
Berlin ansässigen Ausbildungseinrichtung Planipedes / Vacuum Eyes
; er war Mitglied der belgischen Theatergruppen ‘Pyramid on the
Point’ und ‘Atz-Theater’, Engagements bei ‘Shusako & Dormu Dance
Theatre’ Amsterdam und ‘Urban Sax’ Paris, es folgten eigene Produktionen;
Vorlesungen über Mime-Kunst und deren Verbindung zu anderen Kunstrichtungen,
für seine theoretische Arbeit erhielt Yurgen Schoora einen Anerkennungspreis
der Universität von Gent; work in progress mit dem Choreographen
Cesc Gelabert ‘Translation’, welches 1996 vom Mime Centrum Berlin
und Hebbel-Theater in seiner 3. Entwicklungsphase gefördert und
begleitet wurde.
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